Leben als Begegnung
Zisterzienserinnenabtei

Einige von vielen 

Bernhard von Clairvaux, geboren um 1090 in Fontaines-lès-Dijon trat Bernhard 1112 mit dreissig Gefährten in das Reformkloster Citeaux ein. 1115 wurde er entsandt das Kloster Claivaux zu gründen und von hier aus rief er noch weitere 69 Klöster ins Leben. Durch seine freundschaftlichen Beziehungen zu bedeutenden Persönlichkeiten sowie durch seine Frömmigkeit und seine Predigtgabe prägte er seine Zeit und den jungen Zisterzienserorden. Seine zahlreichen Schriften offenbaren seine tiefe Christusmystik. Bernhard starb am 20. August 1153 in Claivaux. 

Wilhelm von Saint-Thierry, entstammt einer Adelsfamilie und studierte er in Reims. Wilhelm trat in die Benediktinerabtei Sant-Nicaise ein und wurde 1121 zum Abt von Saint-Thierry gewählt. Er pflegte eine tiefe Freundschaft mit Bernhard von Clairvaux, dessen Biographie er verfasste. Wilhelm erweist sich in seinen Schriften als hervorragender Theologe, seine Gebete bringen seine Fragen, Selbstzweifel wie auch seine Sehnsucht nach Gott und die Verbundenheit mit ihm zur Sprache. Seinen Lebensabend verbrachte er als einfacher Mönch in der Zisterzienserabtei Signy, wo er 1148 auch starb. 

David von Himmerod, geboren 1100 in Florenz, bat 1131 um Aufnahme in der Abtei Claivaux, wurde aber wegen seiner schwachen Gesundheit abgewiesen. Durch seinen Eifer überzeugte er schliesslich den hl. Bernhard von Claivaux, so dass er ihn nicht nur aufnahm, sondern ihn auch mit einer Schar der Mönche 1134 aussandte, um das Kloster Himmerod zu gründen. Er empfing mystische Begnadungen und die Wundergabe. Er starb am 11. Dezember 1179. 

Gertrud von Helfta, geboren am 6. Januar 1256 erhielt im Kloster Helfta eine hervorragende Ausbildung, blieb aber im klösterlichen Leben lau. 1218 erlebte sie eine Bekehrung zur innigen Christusliebe und ab 1289 begann sie ihre mystischen Erlebnisse aufzuschreiben. In Gertruds Schriften finden wir fast alle Anrufungen der Herz-Jesu-Litanei. Sie starb am 13. November 1302. 

Beatrix von Aa, war Tochter des wohlhabenden Bürgers Bartholomäus von Tienen und trat als Zisterzienserin in Bloemendaal ein, dann wechselte sie nach Magdendaal. Ab 1236 leitete sie als Priorin das von ihrem Vater gegründete Kloster Nazareth bei Lier. Beatrix war mystisch begnadet und schrieb ein Tagebuch, das von ihrem Seelenführer als Quelle für ihre Vita benutzt wurde. Um 1250 verfasste sie die Schrift "Von den sieben Weisen der Liebe". Sie war mit Ida von Nivelles befreundet und gilt als Vorläuferin der Herz-Jesu-Verehrung. 

Luitgard, geboren um 1182 in Tongern, war bereits 1203 Priorin des Benediktinerinnenklosters St. Katharina bei Sint-Truiden. 1206 trat sie zu den Zisterzienserinnen in Aywières bei Brüssel über. Hier führte sie ein reiches innerliches Leben der Busse für die Bekehrung der Sünder und wurde schon zu Lebzeiten durch wunderbare Gebetserhörungen begnadet. Im Mittelpunkt ihrer Visionen stehen die Geheimnisse des Blutes Christi und des Herzens Jesu und wird darum abgebildet, wie sie Jesus vom Kreuz her an seine Seite zieht. 

Sieben Mönche von Tibhirine, lebten im algerischen Kloster Notre-Dame de l'Atlas betend das tägliche Wunder der Freundschaft und Geschwisterlichkeit. Nach wiederholten Drohungen wurden sie von Terorristen entführt und im Mai 1996 ermordet. Gemeinsam mit Pierre Claverie, dem Bischof von Oran, und weiteren 11 Ordensleuten wurden sie am 8. Dezember 2018 seliggesprochen. Die algerischen Bischöfe betonen, dass die Märtyrer von Tibhirine keine einsame Helden sind, sondern dass während des Bürgerkrieges viel mehr Menschen - Christen wie Muslime - ihr Leben hingaben in Treue zu ihrem Gewissen.